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Deutsche Unternehmen starten in das Geschäftsjahr 2024 mit vielen Ungewissheiten. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie kreisen die Gedanken von Unternehmer:innen um die Liquiditätssicherung trotz vieler unsicherer Faktoren. Welche Maßnahmen sollten CEOs/CFOs ergreifen, um auch im Jahr 2023 erfolgreich zu sein, inmitten der Auswirkungen der Pandemie, der neuen Regierung, neuer Regularien und anderen Veränderungen? Eine Liquiditätsplanung ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir zeigen dir, wie’s geht.

Warum du deine Liquidität planen solltest

Die Liquidität deines Unternehmens solltest du nicht dem Zufall überlassen, denn das kann fatale Folgen haben und bis zur Zahlungsunfähigkeit führen. Indem du jeden Monat deine eingehenden Geldströme (z.B. Kundenzahlungen) deinen ausgehenden Geldströmen (sämtliche Kosten deines Unternehmens) einander gegenüber stellst, siehst du, ob du ein Defizit oder einen Überschuss bei deiner Liquidität erwirtschaftest und kannst dann besser planen.

Beispielsweise kannst du bei einem Liquiditätsüberschuss Geld zur Seite legen und Rücklagen aufbauen, oder Investitionen tätigen. Siehst du, dass sich ein Defizit aufbaut, kannst du Maßnahmen ergreifen, damit du nicht in Zahlungsunfähigkeit gerätst, z.B. durch das Anzapfen von Rücklagen, das Veräußern von Vermögenswerten (z.B. Lagerabverkauf), oder durch die Aufnahme eines Kredits.

Vorteile der Liquiditätsplanung

Die Vorteile, die du mit der Erstellung und Pflege eines Liquiditätsplans hast, sind zahlreich:

  • Liquiditätsengpässe vermeiden: Indem du deine Liquidität vorausplanst, reduzierst du das Risiko für Liquiditätsengpässe.
  • Mehr Überblick über deine Unternehmensfinanzen: In deinem Liquiditätsplan siehst du ganz genau, wie hoch deine Einnahmen sind und wie sie sich zusammensetzen. Auch deine Ausgaben hast du voll im Blick. Im Liquiditätsplan spiegelt sich die Kostenstruktur deines Unternehmens wider. Oftmals findet man bei der genaueren Analyse sogar Einsparpotenzial und macht sich eingehender Gedanken darüber, wo man sparen könnte.
  • Höherer Geldbestand: Mit liquiden Mitteln finanzierst du das laufende Geschäft. Indem du genau weißt, was jeden Monat hereinkommt und wieder herausgeht, hast du eine höhere Kontrolle über deine Geldströme. Überschüsse kannst du an die richtigen Stellen leiten, damit sie dort optimal für dein Unternehmen arbeiten, z.B. durch Investition in ein neues Tool, eine neue Maschine, Mitarbeiter:innen, oder Kapitalanlagen. Überschüssiges Geld liegt dann nicht einfach nur herum, sondern arbeitet für dich.
  • Bessere Zukunftsplanung: Mit einem genauen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben schätzt du auch für die Zukunft ab, wie sich diese entwickeln – unter Berücksichtigung der Marktlage natürlich. Erwartest du zum Beispiel eine steigende Kundennachfrage in den nächsten Monaten, berücksichtigst du das mit Schätzwerten entsprechend in deiner Liquiditätsplanung und siehst dann, wie sich das auf deine Liquidität auswirkt. Dasselbe Prinzip kannst du natürlich auch für eine sinkende Nachfrage, oder andere Umstände anwenden (z.B. wie sich Lieferengpässe auf deine Liquidität auswirken, oder eine Steuernachzahlung).
  • Bessere Karten bei der Kreditverhandlung: Wenn du bei der Bank einen detaillierten Liquiditätsplan vorlegst, zeigst du den Beratern:innen zwei Dinge: erstens, dass du deine Finanzen genau im Blick hast und dir dein Unternehmen wichtig ist, und zweitens, dass du absolut transparent deine finanzielle Lage kommunizierst. Das schafft Vertrauen und räumt dir bestenfalls einen größeren Verhandlungsspielraum bei der Kreditvergabe ein.
  • Leichter wichtige Entscheidungen treffen: Ein Blick in einen aktuellen Liquiditätsplan ermöglicht es dir, leichter wichtige strategische Entscheidungen für dein Unternehmen zu treffen. Beispielsweise kannst du Zeitpunkte besser abschätzen, wann es günstig ist, eine Investition zu tätigen, mit dem Geschäft zu expandieren, oder mit der Entwicklung eines neuen Produkts zu beginnen.

Wie erstellt man einen Liquiditätsplan?

Ein Liquiditätsplan ist nichts weiter als die detaillierte Gegenüberstellung deiner Einnahmen und Ausgaben. Üblicherweise wird die Liquiditätsplanung monatlich gemacht, kann je nach Bedarf aber auch wöchentlich, oder in sehr turbulenten Zeiten auch täglich durchgeführt werden.

Schritt #1: Vorbereitung

Zuerst legst du dir sämtliche Geschäftskonten zurecht, denn aus diesen ziehst du jeweils sämtliche Einnahmen und Ausgaben heraus. Es ist wichtig, dass dabei nichts unter den Tisch fällt, denn sonst entspricht der Plan nicht der Realität.

Es ist nützlich, bis zu sechs Monate oder noch länger in die Vergangenheit zu gehen und die Liquidität aufzuarbeiten, denn dann erkennst du wiederkehrende Muster (z.B. Fixkosten), die dir später die Abschätzung für die Planung erleichtern.

Schritt #2: Erstellung des Plans

Ein- und Auszahlungen kategorisieren

Kategorisiere die Einnahmen und Ausgaben zu größeren Gruppen, damit du einen besseren Überblick hast, z.B. Bareinzahlungen in der Kasse, Kundenzahlungen, allg. Betriebskosten, Personalkosten, Miete, Materialkosten, etc.

Anschließend rechnest du für einen Monat die Transaktionen innerhalb jeder Kategorie zusammen und trägst den Betrag in deinen Liquiditätsplan ein. Hast du für einen Monat sämtliche Einnahmen und Ausgaben erfasst, rechnest du den Saldo aus, indem du die Ausgaben von den Einnahmen abziehst. Dieser Monatsendsaldo ist zugleich der Startsaldo für den nächsten Monat. Auf diese Weise arbeitest du dich von Monat zu Monat, bis du beim aktuellen Monat angekommen bist.

Schätzwerte für kommende Monate ermitteln

Für die kommenden Monate musst du nun bei einigen Kategorien Schätzwerte eintragen, z.B. bei den Kundenzahlungen, weil du nicht auf den Cent genau weißt, was du einnehmen wirst. Schaue dir also an, wie sich der Markt entwickelt und was du erwartest, damit du eine möglichst realistische Abschätzung hast.

Bei den Ausgaben verfährst du genauso. In Kategorien, die Fixkosten beinhalten, kannst du die Werte vom Vormonat übernehmen oder einen Durchschnittswert. Für alle anderen Kosten nimmst du einen möglichst realistischen Schätzwert an.

So kannst du für beliebig viele Monate deine Liquidität vorausplanen und dir anschauen, wie sie sich entwickelt. Hast du jetzt zum Beispiel eine Investition geplant, kannst du diese in deiner Planung bei den Kosten abbilden und siehst dann, ob du dir das zum jeweiligen Zeitpunkt leisten kannst.

Digitale Helfer für eine leichtere Liquiditätsplanung

Wie du am obigen Vorgehen siehst, ist es sehr zeitaufwändig, eine genaue Liquiditätsplanung zu erstellen. Das ist auch der Grund, warum sie in vielen Unternehmen nur sporadisch gemacht wird.

Mittlerweile gibt es jedoch auch digitale Tools, die speziell für die Liquiditätsplanung entwickelt wurden und einen Großteil der manuellen Arbeit automatisch durchführen. Das Tool Agicap, zum Beispiel, verbindet sich automatisch mit deinen Geschäftskonten und ruft von dort jeden Tag die Transaktionen ab und trägt sie in die dafür vorgesehene Kategorie ein. Deine Pläne werden dann automatisch aktualisiert, sodass du jeden Tag auf Knopfdruck deine aktuelle Liquidität vor Augen hast.

Mithilfe der Prognosefunktion kannst du dir auch beliebig viele Liquiditätsszenarien erstellen und dir gezielt anschauen, wie sich eine bestimmte Situation auf deine Liquidität auswirken wird. So kannst du deinen kompletten finanziellen Spielraum abklopfen, indem du dir Szenarien von einer sehr optimistischen Unternehmensentwicklung bis hin zu einer sehr pessimistischen durchspielst.

Das veranlasst dich möglicherweise dazu, schon mal einen Notfallplan für einen eventuellen Ernstfall zu formulieren, damit du gleich weißt, was zu tun ist, wenn zum Beispiel ein Lieferengpass eintritt.

Fazit: Detaillierte Liquiditätsplanung in 2024 besonders wichtig

Die letzten beiden Jahre haben uns gelehrt, dass manche Ereignisse einfach nicht vorhersehbar sind. Deswegen ist eine agile Liquiditätsplanung umso wichtiger. Mit einer laufenden Planaktualisierung lassen sich nämlich Risiken viel besser abschätzen und man kann schneller auf plötzliche Ereignisse reagieren.

Nutze die Zeit am Jahresende und erstelle dir deinen Finanzplan für das nächste Jahr (falls du das nicht schon gemacht hast), und lasse deiner Liquiditätsplanung dabei besonderes Augenmerk zukommen. Je besser du sie kennst, desto eine höhere Kontrolle hast du über sie. Auf Veränderungen – egal ob politisch oder wirtschaftlich – reagierst du dann gelassener, was vor allem in ungewissen Zeiten wie diesen ein erheblicher Vorteil ist.

Titelbild by Visual Stories || Micheile on Unsplash