Einen Online-Shop aufzusetzen ist mittlerweile durch die fast unendlichen Möglichkeiten recht einfach – selbst ohne großes technisches Verständnis. Du hast Artikel, die du in deinem Online-Shop verkaufen möchtest, hast den Shop eingerichtet, und jetzt kommt der große Moment: Deine erste Bestellung ist da! Und nun?

Versand - Selbermachen mit Billbee oder auslagern?

So eine Bestellung möchte dann natürlich auch versendet werden. Aber wie kannst du das angehen? Der Versand ist häufig der Moment, in dem dein Kunde das erste Mal deine Ware physisch in die Hände nehmen kann und einen positiven oder negativen Eindruck von deinen Waren und deinem Shop vermittelt bekommt. Und dieser Eindruck soll natürlich so gut wie möglich sein!

Um die Bestellungen zu versenden kommen jetzt drei Optionen ins Spiel:

  • externes Fulfillment,
  • Dropshipping oder
  • Self-Fulfillment

Was bedeuten diese Versandoptionen und was bringen sie für Vor- oder Nachteile mit sind? Im folgenden Beitrag findest du einige Informationen zu diesen Möglichkeiten!

Fulfillment

Fulfillment kannst du mit „Erfüllung“ ins Deutsche übersetzen. Das bedeutet, dass Fulfillment sich um alle Prozesse rund um die Versandabwicklung kümmert. Dazu gehören im allgemeinen Bereiche wie

  • das Annehmen von Bestellungen
  • die Lagerhaltung
  • die Kommissionierung
  • das Verpacken der Sendung und
  • der Versand.

Aber neben diesen Hauptbereichen können im Fulfillment auch Bereiche wie z.B. Retourenmanagement, die Rechnungsstellung und Zahlungsabwicklung oder das Mahnwesen abgewickelt werden.

Beim Fulfillment übergibst du alle oder nur einen Teil deiner Prozesse der Auftragsabwicklung deines Online-Shops an einen externen Dienstleister, sog. Fulfillment-Dienstleister. Dieser Fulfillment-Dienstleister übernimmt dann die von dir ausgelagerten Aufgaben. So ist es z.B. denkbar, dass du die Lagerhaltung, Kommissionierung und den Versand der Waren sowie das Retourenmanagement an einen externen Dienstleister übergibst, während du selber aber noch die Bestellungen annimmst und dich auch weiterhin um die Rechnungsstellung, die Zahlungsabwicklung, das Mahnwesen und den Kundensupport rund um deine Waren und Bestellungen kümmerst.

Wie funktioniert Fulfillment? 
Anbindung an Billbee
Fulfillment einfach erklärt

Solange sich deine Bestellzahlen noch in einem Rahmen befinden, in dem du z.B. kein großes Lager benötigst oder sich die Anzahl der Bestellungen noch selber verpacken lassen, brauchst du unter Umständen nicht auf einen Fulfillment-Dienstleister zurückgreifen. Irgendwann wird die Bestellmenge aber eventuell größer und du kannst nicht mehr alles alleine versenden oder der Raum im Lager wird immer knapper, weil du immer mehr Artikel in dein Sortiment aufnimmst. An diesem Punkt musst du dir überlegen, ob du einen (weiteren) Mitarbeiter für den Versand deiner Waren einstellst oder ein weiteres oder größeres Lager anmietest. Jetzt stellt sich die Frage, ob es nicht kostengünstiger (und risikoärmer) ist einen Fulfillment-Dienstleister mit allen oder einem Teil der Fulfillment-Prozesse zu beauftragen.

Nutzt du eine Softwarelösung für die Abwicklung deiner Bestellungen, dann kannst du im Regelfall eine große Auswahl an Fulfillment-Dienstleistern direkt an deine genutzte Software anbinden. Welche das bei Billbee sind, kannst du hier nachlesen. Der Vorteil hierbei ist, dass du dem gewählten Fulfillment-Dienstleister nicht den Zugriff auf alle deine genutzten Shopsysteme und/oder Marktplätze geben muss, sondern du kannst dem Dienstleister einfach nur für deinen Billbee-Account Zugriff gewähren, um dann alle Bestellungen – unabhängig aus welchem Kanal sie entstanden sind – automatisch an den Fulfillment-Dienstleister zu übergeben, sodass dieser dann die an ihn übertragenen Prozesse starten kann.

Vorteile von externen Fulfillment

Lagerst du deine Versandprozesse an einen externen Dienstleister aus, dann bringt das einige Vorteile mit.

So kannst du dich um all die anderen Aufgaben kümmern, die bei einem Online-Shop anfallen, wie z.B. die Pflege deines Online-Auftritts, Marketing, Teambuilding oder um die Ausweitung deines Produktsortiments.

Außerdem kannst du deinen Kunden eine größere Auswahl an Versandmöglichkeiten bieten, da du nicht mit jedem Versanddienstleister einen eigenen Vertrag abschließen musst, wo du vielleicht bestimmte Liefermengen erfüllen musst. Du kannst in diesem Fall einfach auf die Versanddienstleister zugreifen, mit denen dein gewählter Fulfillment-Dienstleister zusammenarbeitet.

Die Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Dienstleister kann zudem finanziell risikoärmer und kostengünstiger sein als der Eigenversand. Du musst keine teuren Immobilien als Lager anmieten oder bauen, die dann eventuell nach einiger Zeit wieder zu klein ist für deine Anforderungen. Dein Fulfillment-Dienstleister kann dir aber meisten auch mehr Kapazitäten zur Verfügung stellen.

Außerdem kannst du durch externes Fulfillment die Kundenzufriedenheit steigern. Externe Fulfillment-Dienstleister sind auf die Versandabwicklung spezialisiert. Sie können z.B. saisonale Schwankungen besser ausgleichen, sodass der Kunde auch kurz vor Weihnachten sein Paket ohne große Wartezeiten erhalten kann, wenn das Weihnachtsgeschenk mal wieder kurz vor knapp gekauft wurde. Auch die weltweite Lieferung ist von den meisten Fulfillment-Dienstleistern ohne Probleme abzuwickeln.

Nachteile von externen Fulfillment

Wenn du jemand bist, der gerne die Kontrolle über alle Arbeitsschritte hat, dann ist ein externe Fulfillment eventuell nicht die richtige Lösung für dich.

Denn du gibst ein Stück weit die Kontrolle über die Versandabwicklung deiner Waren ab. Da benötigt es eine genaue Auswahl und gute Kommunikation mit dem Fulfillment-Dienstleister, damit deine Waren auch nach deinen Vorstellungen versendet werden können. Denn letztendlich ist das Paket, was deinen Kunden erreicht, ein ausschlaggebender Punkt, ob der Kunde noch einmal bei dir bestellt.

Außerdem hast du bei der Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Dienstleister im Gegensatz zur eigenen Lagerhaltung und dem Eigenversand eine geringere Flexibilität. Und hast du keinen direkten und zeitunabhängigen Zugriff auf dein Produkt, wenn der Fulfillment-Dienstleister auch die Lagerhaltung für dich übernimmt.

Auch musst du immer den Kostenfaktor im Blick behalten und dir die die Frage stellen: „Lohnt es sich das Fulfillment auszulagern, oder mach ich es doch lieber selbst?“.

Dropshipping

Hinter dem Begriff „Dropshipping“ versteckt sich die deutsche Bezeichnung Streckengeschäft oder Direktversand. Hierbei handelt es sich um ein Model, wo dein Kunde Waren bei dir im Online-Shop bestellt, die bestellte Ware aber dann direkt vom Großhändler oder Hersteller geliefert bekommt.

Du als Online-Händler bist beim Dropshipping für Dinge wie z.B. Kundenkommunikation und Marketing verantwortlich. Auch gehen bei dir alle Bestellungen, die dann vom Hersteller oder Großhändler verpackt und an den Kunden gesendet wird. Außerdem ist das Lager auch beim Hersteller oder Großhändler angesiedelt.

Das Prinzip des Dropshippings ist gar nicht so kompliziert oder umständlich, wie es zuerst klingt. Als Online-Händler gehen bei dir die Bestellungen deiner Kunden ein. Diese Bestellungen leitest du (oder ein Tool zur Automatisierung wie Billbee) an den von dir gewählten Dropshipping-Anbieter weiter, der dann wiederum die Bestellung an deinen Kunden sendet.

Der entscheidende Unterschied zum Fulfillment ist, dass du beim Dropshipping die Artikel nicht einkaufst, solange dein Kunde nicht bei dir eine Bestellung getätigt wird. Beim Fulfillment dagegen lagerst du deine bereits im Vorfeld eingekaufte Ware beim Fulfillment-Dienstleister ein, sofern du deine Lagertätigkeit an den Fulfillment-Dienstleister übergeben hast. So kann es dazu kommen, dass du beim Dropshipping die Ware, die du verkaufst, zu keinem vorherigen Zeitpunkt in der Hand hattest.

Vorteile von Dropshipping

Dropshipping ist die risikoärmste Variante von allen drei Möglichkeiten. Dadurch, dass du beim Dropshipping die Artikel, die du verkaufst, nicht im Vorfeld selber einkaufen musst, sondern der Einkauf ad hoc passiert, sobald ein Kunde eine Bestellung bei dir aufgibt, hast du geringere Fixkosten. Außerdem sparst du bei der Auslagerung der Kommissionierungs-, Verpackungs- und Versandtätigkeiten Personalkosten, da du keinen zusätzlichen Mitarbeiter bei steigenden Bestellvolumen einstellen. So kann mit dem Dropshipping auch dann gestartet werden, wenn du nicht viel Startkapital aufbringen kannst.

Mit Dropshipping bist du ortsunabhängig. Du kannst deinen Online-Shop von jedem Ort betreiben, sofern du eine stabile Internetverbindung hast. So kannst du ganz einfach mit Kunde und Lieferanten kommunizieren, ohne dass du selber vor Ort sein musst.

Nachteile von Dropshipping

Wenn du ein Produkt selber verpackst, dann kannst du immer nochmal eine Qualitätskontrolle durchführen. Das fällt beim Dropshipping weg, da die Produkte weder von dir im Vorfeld eingekauft werden, noch selber verpackt und versendet. Daher solltest du sicherstellen, dass die Qualität deinen Ansprüchen entspricht, bevor du ein Produkt in deinen Online-Shop aufnimmst.

Auch die Flexibilität kann zu einem Problem werden. Wird ein Produkt in deinem Online-Shop stark nachgefragt, dann musst du auf deinen Dropshipper vertrauen, dass der Dienstleister auch diesem Nachfrageanstieg gerecht werden kann. Durch die Abhängigkeit vom Dienstleister kannst du nicht so flexibel auf Nachfrageveränderungen reagieren.

Häufig gehen mit dem Dropshipping auch geringere Margen deiner verkauften Waren einher. Der Dropshipping-Dienstleister lässt sich seine Tätigkeiten natürlich auch bezahlen bzw. wird entsprechend am Umsatz deines Produktes beteiligt werden wollen.

Self-Fulfillment

Als dritte Versandoption gibt es noch das Self-Fulfillment, bei welcher du letztendlich die kompletten Tätigkeiten rund um den Versand deiner Bestellungen ausführst. Du bist dafür verantwortlich, dass deine Artikel gelagert werden, dass sie adäquat verpackt werden und natürlich dann auch versendet werden.

Hierfür brauchst du entsprechende personelle Ressourcen, die den Versand abwickeln können. Außerdem benötigst du auch ausreichende Räumlichkeiten für die Lagerung deiner Artikel und auch genug Platz, um die Sendungen zu verpacken.

Self-Fulfillment mit großem Lager, einfach mit Billbee
Lagerung von Artikeln

Den Prozess des Self-Fulfillments kannst du auch zu großen Teilen automatisieren. Lang vorbei sind die Zeiten, in denen du die Lieferadresse handschriftlich auf die Pakete geschrieben hast und mit wenigen Paketen zu deiner lokalen Versandstelle gegangen bist, um sie dort frankieren zu lassen. Mithilfe von Tools und Softwarelösungen kannst du deinen Versandprozess optimieren. Wie du z.B. mit Billbee deinen Versandprozess automatisieren kannst, erfährst du hier.

Vorteile von Self-Fulfillment

Du hast vollste Kontrolle über den Versandprozess. Du kannst jeden Schritt des Prozesses im Auge behalten und kontrollieren, um ggf. bei Problemen direkt eingreifen zu können.

Außerdem kann das Self-Fulfillment eine sehr kostengünstige Option sein – vor allem zu Beginn deines Online-Business. Statt den Versandprozess an Fulfillment- oder Dropshipping-Dienstleister auszulagern, kannst du deine Bestellungen selber versenden. In diesem Fall musst du die Kosten, wie z.B. für Personalkosten oder Kosten für Lagerräume, den Kosten für Dropshipper und Fulfiller gegenüberstellen.

Nachteile von Self-Fulfillment

Ein großer Nachteil vom Self-Fulfillment kann die Skalierbarkeit sein. Wenn dein Bestellvolumen ansteigt, dann kann es vorkommen, dass der Versandprozess deiner Artikel nicht mehr alleine oder mit nur einem kleinen Team zu schaffen ist. Die Ressourcen auszubauen, z.B. durch zusätzliche Mitarbeiter oder ein größeres Lager, das wäre eine größere finanzielle Belastung.

Außerdem kann das Self-Fulfillment zeitraubend sein – vor allem dann, wenn du deinen Versandprozess nicht mit Tools wie Billbee automatisiert hast. Du musst den Überblick über dein Inventar behalten und das Verpacken von einer großen Menge an Bestellungen am Tag kann dich viel Zeit kosten, die du nicht in andere Geschäftsbereiche investieren kannst, die deinen Online-Handel weiter voranbringen könnten.

Welche Option ist denn jetzt die richtige?

Wenn es auf diese Frage nur eine Universal-Antwort geben würde. Aber die Antwort ist so individuell, wie es jeder Online-Shop ist.

Entscheidest du dich für die Optionen Fulfillment oder Dropshipping solltest du einige Auswahlkriterien bei der Wahl des Dienstleisters beachten, u.a.:

  • Technische Anforderungen: Kann der gewählte Dienstleister an deine bestehenden Systeme angebunden werden?
  • Verpackung: Verpackt der gewählte Dienstleister deine Artikel so, wie du dir das vorstellst? Die Verpackung der Bestellung ist einer der ersten physikalischen Eindrücke, die bei deinem Kunden von deinen Waren bekommen und sollte daher auf dein Branding abgestimmt sein.
  • Flexibilität: Kann der Dienstleister auch auf kurzfristige Veränderungen reagieren?
  • Kommunikation: Wie gut klappt die Kommunikation und Absprachen mit dem Dienstleister?

Entscheidest du dich für das Self-Fulfillment solltest du drüber nachdenken eine entsprechende Softwarelösung einzusetzen, die dir alle wiederkehrenden Arbeiten, die automatisiert werden können, abnimmt. Billbee bietet dir hier alle Möglichkeiten, um mit dem Self-Fulfillment durchzustarten.

Wie versendest du deine Artikel? Erzähl‘ uns doch in den Kommentaren, wieso du dich für die Versandoption entschieden hast, mit der du in deinem Online-Shop deine Bestellungen versendest!

Titelbild by Bench Accounting on Unsplash, weiteres Bild by Ruchindra Gunasekara on Unsplash

Jana Klingelhöfer

Jana ist Content Managerin bei Billbee. Wenn sie nicht gerade dabei ist, ein neues How To Video für den YouTube Channel von Billbee zu drehen, kümmert sie sich um die redaktionellen Freiheiten von Blog und Webseite.

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